Markus Rosenau | Diplom-Kaufmann. Von der Industrie- und Handelskammer Hannover öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für:
- die Ermittlung des unterhaltsrechtlich relevanten Einkommens
- Insolvenzuntersuchungen
- die Ermittlung von Verdienstausfallschäden

Hann. Münden - Fuldaufer

Insolvenzgutachten

Die Schwerpunkte der Insolvenzgutachten liegen in der Feststellung/Prüfung der Zahlungsunfähigkeit und/oder der Überschuldung.

Allgemeiner Eröffnungsgrund für das Insolvenzverfahren ist die Zahlungsunfähigkeit (§ 17 Abs. 1 InsO) und wird definiert als Unvermögen, die fälligen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen (§ 17 Abs. 2 InsO). Zur Abgrenzung der Zahlungsunfähigkeit von der (unbeachtlichen) Zahlungsstockung existieren durch die Rechtsprechung des BGH zeitliche und quantitative Kriterien. Eine bestimmte Methode der Zahlungsunfähigkeitsprüfung schreibt das Gesetz nicht vor. Signifikante Bestandteile der Prüfung sind der aus der Buchhaltung entwickelte Liquiditätsstatus (stichtagbezogen) sowie der nach betriebswirtschaftlichen Methoden erstellte Liquiditätsplan (zeitraumbezogen). Insbesondere in Fällen unvollständiger Aufzeichnungen kommt ferner dem Vorliegen verschiedener Indizien ergänzende Bedeutung zu.

Zusätzlich zur Zahlungsunfähigkeit stellt für juristische Personen die Überschuldung (§ 19 InsO) den besonderen Insolvenzeröffnungsgrund dar. Nach der derzeit gültigen Fassung des § 19 InsO liegt Überschuldung vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich. Die Fortbestehensprognose fungiert nunmehr nicht als reine Bewertungsdeterminante (Ansatz zu Fortbestehens- oder Liquidationswerten), sondern ist qualitativ gleichwertiges Kriterium neben dem Überschuldungsstatus unter Liquidationsgesichtspunkten. Elementare Bestandteile einer Fortbestehensprognose sind die Vergangenheitsanalyse sowie ein zukunftsorientiertes Unternehmenskonzept (Ertrags- und Finanzplanung), das mindestens auf das Jahr der Erstellung der Prognose und des nachfolgenden Jahres ausgerichtet ist.